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Joachim Bruhn, Jan Gerber (Hg.): Rote Armee Fiktion

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Joachim Bruhn, Jan Gerber (Hg.) Rote Armee Fiktion 

2007, 152 Seiten, ISBN: 978-3-924627-98-3 22,00 €


Die RAF war niemals eine, wenn auch hoffnungslos verspätete, Fraktion jener Roten Armee, die die letzten Überlebenden von Auschwitz befreite.

Inhalt
Vorwort der Herausgeber
Vom Protest zum Pogrom
Joachim Bruhn
“Charaktermasken abschminken”
Abstrakte Herrschaft, bewaffneter Kampf, konkrete Leichen
Initiative Sozialistisches Forum
Rote Armee Fiktion
Felix Klopotek
Der Gegen-Staat
Zur politischen Romantik der RAF
Uli Krug
Gefühltes Gas
Der Mythos von der Vernichtungshaft
Jan Gerber
“Schalom und Napalm”
Die Stadtguerilla als Avantgarde des Antizionismus
Joachim Bruhn
Winterpalais, Führerbunker, Meinungsbörse
Der Herbst 1977 und die Eindeutschung der Linken
Gerhard Scheit
Furie des Zerstörens
Fünf Anmerkungen zur Kritik des Terrorismus-Begriffs
Nachweise
Die Autoren

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Emile Marenssin Stadtguerilla und soziale Revolution Über den bewaffneten Kampf der Roten Armee Fraktion 1998, 140 Seiten, 12 €, ISBN: 3-924627-55-X Mit einem Vorwort von Joachim Bruhn Die RAF, das war die Lebensphilosophie des Existentialismus in Waffen. Wer allerdings die Geständnisse und intimen Memoiren ehemaliger “Terroristen” zur Kenntnis nimmt, wer den Bekenntnissen Inge Vietts, Peter-Jürgen Boocks oder Irmgard Möllers den hohen Ton der Moral und das sanfte Schrammeln der allgemeinen Menschheitsliebe abmerkt, das die verlorenen Kinder der Studentenrevolte anstimmen, der mag sich fragen, ob sich die ganze Aufregung gelohnt hat: War es nötig, einfache GI’s und hohe Funktionäre zu liquidieren, nur um den Sinn des Lebens zu ergattern? War es wirklich geboten, bewaffneten Kampf zu organisieren, nur um aufs gleiche Resultat zu kommen wie noch jede Selbsterfahrungsgruppe, die ein Survivaltraining bucht? Worum ging es eigentlich “damals”? Ging es um “die Revolution”, von der keiner mehr spricht, oder ging es, typisch deutsch, wenn auch hinter der pompösen Camouflage des Marxismus-Leninismus verborgen, um ein Programm bürgerlicher Selbstverwirklichung? Emile Marenssins Broschüre erschien erstmals 1972, vor der Verhaftung des “historischen Kerns” der “Baader-Meinhof-Bande”, und kursierte als “graue Literatur” in deutscher Übersetzung. Marenssin, radikaler Situationist der Schule Guy Debords, kritisiert die Lebenslüge der RAF, die Abschaffung von Ausbeutung und Herrschaft ausgerechnet mit den Mitteln einer Herrschaftsideologie, mit dem Marxismus-Leninismus, in die Wege leiten zu wollen – aber “die Leninisten sind die Clochards der Geschichte.” “Die Bundesrepublik verliert den Kopf vor dem ungeheuren Echo, das die tatsächlichen oder vermeintlichen Taten einer Handvoll Revolutionäre hervorruft. Während sie von allem, was vorgibt zu denken, verurteilt werden, bringen diese ‘Besessenen’ etwas Neues. Sie zünden ein Feuerzeug in einer Pulverkammer an. Der Haß und die Angst, die ihr bloßes Überleben entfesseln, sind die einer Ordnung, die sich verurteilt weiß.” Inhalt: Stadtguerilla und soziale Revolution: Über den bewaffneten Kampf und die Rote Armee Fraktion Das Elend der Strategien des Elends Die autonome Akkumulation des Kapitals Die Landguerilla Von Marx zu Lenin Lenin und der Terrorismus Die Stadtguerilla Der Mai ’68 Die Praxis der Bewegung und ihre ökonomische Basis Die Epoche der kommunistischen Revolution Die Strategie des Kommunismus

Regular price: €12.00
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Die Linke hat zu oft das Muster vorherrschender deutscher Einstellungen, das zurückzuweisen sie angetreten war, reproduziert. (Moishe Postone, Brief an die westdeutsche Linke, 1985)  Die Reflexion darüber, was es heisst, in Deutschland links zu sein, gilt weithin als abseitig. Dies um so mehr, als Kampf gegen die Globalisierung, Palästinasolidarität oder Protest gegen den Irak-Krieg Mobilisierung verheissen. Gegen den grassierenden Zeitgeist versammelt dieses Buch die Interventionen Postones aus einem Vierteljahrhundert. Neben einer erweiterten Fassung seines Essays Nationalsozialismus und Antisemitismus enthält es einige erstmals in deutscher Sprache veröffentlichte politische Interventionen; dazu einen aktuellen Beitrag zum arabischen Antisemitismus nach dem 11. September 2001.

Regular price: €18.00
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Alfred Sohn-RethelVon der Analytik des Wirtschaftens zur Theorie der VolkswirtschaftFrühe SchriftenHerausgegeben von Oliver Schlaudt und Carl FreytagMit weiteren unveröffentlichten Dokumenten sowie einem biographischen Essay von Carl FreytagSommer 2012, 294 Seiten, 20 €, ISBN: 978-3-86259-109-1lieferbar Aber hier steht uns das Hemmnis einer objektiven Schranke durch die Form der bürgerlichen Existenz entgegen. Denn deren unabstreifbare Form ist Individualismus, wie sehr ihm das Problem dieser Welt auch widerstreite. An diesen Individualismus sind wir gekettet, er bleibt trotz aller theoretischen Überwindung die Form unsres Daseins, unsres Studiums und der Problematik unsrer Bildung. Hier liegt für Viele das Unglück. Denn wir können hiermit nur fertig werden, wenn wir diesen Individualismus im Gegensatz zu unsrem Sollen, zu unsrem Menschsein halten. Er ist die Schlacke, nicht das Ethos, die Täuschung, nicht die Wahrheit unsres menschlichen Seins. Alfred Sohn-Rethel (1930) Dieser Band versammelt erstmals Alfred Sohn-Rethels frühe theoretischen Schriften. Im Zentrum steht die Heidelberger Dissertation von 1928, vermehrt um bisher unveröffentlichte Dokumente, die ihre Entstehung im Zusammenhang seiner Arbeiten während der 1920er Jahre in Positano, Heidelberg und Davos nachzeichnen. Die Publikation verfolgt ein doppeltes Interesse: Zum einen verhilft sie zu einem besseren Verständnis des Sohn-Rethelschen Gesamtwerks, dessen rote Fäden – Marxismus, Wissenssoziologie und Neukantianismus – hier schon angelegt sind und die später, auch im Kontext seiner Faschismusanalyse, zur Explikation der Dialektik von Warenform und Denkform führen werden. Zum anderen hat vor allem die Dissertation auch nach achtzig Jahren einen eigenständigen Wert, denn sie entwickelt eine systematische Kritik der gängigen Volkswirtschaftslehre. InhaltEinleitung der Herausgeber Von der ‘Burg der Philosophie’ in die Welt der Waren. Alfred Sohn-Rethel in HeidelbergCarl Freytag Zur Edition der frühen theoretischen Schriften Alfred Sohn-RethelsOliver Schlaudt Frühe Schriften Von der Analytik des Wirtschaftens zur Theorie der Volkswirtschaft (1928/1936) VorwortDer Regreß auf die Analytik des Wirtschaftens und ihre Übertragung auf die VolkswirtschaftKritik der Übertragungsmethode am Beispiel der Theorie SchumpetersDie naturwissenschaftliche Methode in der Ökonomie und ihre ÜberwindungUmrisse zur gegenstandskonstitutiven Methode der theoretischen ÖkonomieZur Problematik der akademischen Jugend (1930) Dokumente Vorarbeiten zur Dissertation Kommentar zum ‘Exposé zum theoretischen Kommentar der Marxschen Gesellschaftslehre’ von 1926 (1976) Grundlegung der theoretischen Oekonomie als strenger Wissenschaft durch die Beantwortung der Frage, wie überhaupt Gesellschaft möglich sei (1927) Promotionsakte Gutachten von Emil Lederer (1928)Lebenslauf Sohn-Rethels (1928)Der Heidelberger Diskussionszusammenhang Vorfrage: Wozu suchen wir nach einer Ontologie? Und: Was soll die Ontologie leisten? (1928)Protokolle der vereinigten Seminare von Prof. Weber und Dr. Mannheim (1929)Spätere Kommentare zur Dissertation Auszug aus einem Schreiben an Günther Busch (1977)Nachwort zur Dissertation (1977)Gespräch über ‘die Genese der Ideen von Warenform und Denkform’ (1978)Weiterführung der Dissertation Zur Kritik der subjektivistischen Ökonomie (1928)Brief an Adolf Löwe (1931)

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Eugen Paschukanis: Allgemeine Rechtslehre und Marxismus
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Eugen PaschukanisAllgemeine Rechtslehre und MarxismusVersuch einer Kritik der juristischen Grundbegriffe2003, 200 Seiten, 17 €, ISBN 3-924627-79-7 Mit einem Vorwort von Alex Gruber und Tobias Ofenbauer sowie einer biographischen Notiz von Tanja Walloschke “Ähnlich wie der Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft die Form einer ungeheuren Anhäufung von Waren annimmt, stellt sich die ganze Gesellschaft als eine unendliche Kette von Rechtsverhältnissen dar.” Diese Para-phrase des ersten Satzes des Marxschen Kapital macht bereits deutlich, wie sehr Paschukanis seine Staatskritik als Beitrag zur Kritik der politischen Ökonomie verstanden wissen wollte. Es geht ihm darum, die Kategorien und Begriffe bürgerlicher Staatstheorie als “objektive Gedankenformen” (Marx) der warenproduzierenden Ge-sellschaft aufzufassen, als real existierende Formen, die entsprechend der spezifischen Verfaßtheit der Gesell-schaft im Bewußtsein der Einzelnen erscheinen. Paschukanis enträtselt die hinter dem Rücken der tätigen Subjekte sich vollziehende Entstehung des Allgemeinwillens – die volonté generalé – der mehr und anderes ist als die Summe der Einzelwillen. Der Staat als Konkretisierung der abstrakten Allgemeinheit ist kein Ergebnis eines bewußt geschlossenen Gesellschaftsvertrages, sondern politischer Ausdruck des gesellschaftlichen Ver-hältnisses der Warenproduktion.” InhaltTobias Ofenbauer/Alex Gruber: Der Wert des Souveräns. Zur Staatskritik von Eugen PaschukanisPaschukanis: Allgemeine Rechtslehre und Marxismus Die Aufgaben der allgemeinen RechtslehreDie Methoden der Konstruktion des Konkreten in den abstrakten WissenschaftenIdeologie und RechtVerhältnis und NormWare und SubjektRecht und Staat Recht und SittlichkeitRecht und RechtsbruchTanja Walloschke: Paschukanis – eine biographische Notiz. Zu Paschukanis “Allgemeine Rechtslehre und Marxismus” siehe auch das Buch von Andreas Harms, Warenform und Rechtsform. Zur Rechtstheorie von Eugen Paschukanis.

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sans phrase Redaktion Heft 2 Juni 2013, 279 Seiten, 12€, ISSN: 2194-8860 Gerhard Scheit: “... ihr habt den Tod gehasst”. Claude Lanzmann und die Kritik der politischen Gewalt – mit einem Exkurs über Jean-Luc Godard Alex Gruber: “Palästina strebt nach Unabhängigkeit wie das Kino ... ”. Jean-Luc Godards Engagement gegen die Filmindustrie Christoph Hesse: Lanzmann ici et Godard ailleurs Tobias Ebbrecht: Standhalten im Bilde? Die ‘Kunst der Kunstlosigkeit’ und der filmische Umgang mit den Bildern des Grauens Irene Lehmann: Formen der Unverständlichkeit. Luigi Nono und das engagierte Kunstwerk Oshrat Cohen Silberbusch: Wir Eichmannsöhne? Günther Anders und die Shoah Andreas Stafflinger: Materialistische und idealistische ‘Technikkritik’ bei Günther Anders Joel Naber: Verleugnung des Namens. Die ‘Affäre Badiou-Winter’ in Les Temps Modernes Éric Marty: Alain Badiou und Israel Esther Marian: Redemptorische Gewalt. Jean Amérys Interventionen für Israel Renate Göllner: Wer wählt die Neurose? Wiederkehr der Psychoanalyse in der Existenzphilosophie Jean-Paul Sartres Christian Thalmaier: Vor dem Gesetz. Über einige Motive bei Kafka, Adorno und Freud Manfred Dahlmann: Die Liebe zum Recht als Liebe zum Souverän. Ein ‘Lob’ auf den Positivismus Andreas Benl: Debord lesen in Teheran. Die Situationistische Internationale, der Antisemitismus und die orientalische Ideologie Florian Markl: Self-fulfilling Prophecies: Das syrische Desaster Ljiljana Radonic: Ante in Kroatien und Europa – Ein verworrener Freispruch Interview mit Magdalena Marsovszky: Vom völkischen Konsens in Ungarn Stephan Grigat: Magyarische Mobilisierung. Autoritäre und völkische Krisenbewältigung in Ungarn Alessandro Volcich: Die Palästinenser Italiens oder: Der unaufhaltsame Aufstieg des Beppe Grillo Gerhard Scheit: Universalismus des Rechts und Partikularität der Zirkumzision. Traktat über die Religionsfreiheit Tjark Kunstreich: Einfühlungsverweigerung Jens Meisenheimer/David Schneider: Das Elend der Sozialphilosophie. Axel Honneths Kampf um Anerkennung Gerhard Scheit: Allegorien der Nation: Hannah Arendt und Zero Dark Thirty

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 Ehemalige Neuware aus unserm Shop, aber mit deutlichen Lagerspuren (Eckfalt am Umschlag unten rechts). Innen sauber Robert Bösch: Antisemitismus als Kulturtechnik. Anmerkungen zum bürgerlichen Subjekt (anlässlich zweier zufällig ausgewählter Druckerzeugnisse) Alex Gruber: Das Duell iek vs. Derrida oder: Wenn der frühe Heidegger den späten kritisiert – und die Schwarzen Hefte beide vereinen Ljiljana Radonic: “Deutsche Therapie ist irgendwie universell.” Von der friedfertigen Antisemitin zur queer-theoretischen Post-Zionistin Klaus Thörner: Adolf Eichmann im Jihad Martin Blumentritt: Adornos Schelling und Kants Refus, das Innere der Dinge zu erkennen, oder die Rebellion gegen das Ding an sich Robert Hullot-Kentor: Moral, Ästhetik und die Wiederherstellung der öffentlichen Welt Esther Miriam: “Von lauter Fraglichem, Unbekanntem umgeben”. Psychoanalyse, ästhetische Theorie, künstlerisches Ich Till Gathmann: Rettung des Vaters, Erhebung gegen die Imago (Diskussion) Manfred Dahlmann: Die Mechanismen der Preisbildung Gerhard Scheit: Die Substanz und der Leib. Über die Realabstraktion namens Arbeitskraft Luis Liendo Espinoza: Europa 1990–2014. Eine unvollständige Chronik Gerhard Scheit: Euromaidan und Khamenei-Putin-Pakt Florian Markl: Bush, Obama und die europäische Ideologie Tjark Kunstreich: Der amerikanische Blick. Stahlgewitter, D-Day, Kunstraub – zum Stand der europäischen Erinnerung Tobias Ebbrecht-Hartmann: Kino im Werden. Über den israelischen Film Christoph Hesse/Doron Rabinovici/Gerhard Scheit: Der Letzte der Ungerechten. Eine Diskussion zum Werk Claude Lanzmanns Florian Ruttner; Relieving the Chairborne Division. Über die Kritische Theorie beim OSS und ihre Kritiker Klaus Thörner: Von Schlafwandlern und Weißwäschern Joel Naber: Masse Macht Humor. Über Dieudonné, die Attraktion der Barbarei und die Einsamkeit ihrer Gegner Gerhard Scheit: Über die Wut, die sich als Demut gefällt, und den Zorn, der zur Kritik gehört

Sale price: €8.00 Regular price: €12.00 (33.33% saved)
Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung - Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der
Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung - Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der

Alex Gruber, Philipp Lenhard (Hg.): Gegenaufklärung - Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft, ISBN 978-3-86259-101-5 Die postmoderne Philosophie ist nichts anderes als “das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie” (Adorno). Weil der radikale Bruch mit dem Denken, das zu Auschwitz führte, ausblieb, weil vielmehr bereits in den sechziger Jahren gerade von links in vermeintlich tabubrecherischer Weise versucht wurde, die nationalsozialistische Philosophie für scheinbar “emanzipatorische” Projekte nutzbar zu machen, erscheint die deutsche Ideologie heute als links und progressiv. Diese neueste deutsche Ideologie ist nicht nur eine philosophische Strömung, sondern Ausdruck einer gesellschaftlichen Tendenz. Die postmoderne Übung, jede allgemeine Begriffsbestimmung als “logozentrisch” und jede Betrachtung der Gesellschaft unter Vernunftkriterien als totalitär zu denunzieren, ist sowohl Reflex der objektiven Unbrauchbarkeit der Welt unter den Verhältnissen spätkapitalistischer Vergesellschaftung als auch der Versuch einer Sinnstiftung ebendieser Verhältnisse. In seinem Kult der Unmittelbarkeit schließlich sucht der Poststrukturalismus den Schulterschluß mit dem radikalen Islam und verrät jede Idee von Versöhnung. Mit Beiträgen von Manfred Dahlmann, Martin Dornis, Alex Gruber, Birte Hewera, Tjark Kunstreich, Philipp Lenhard, Niklaas Machunsky, Florian Ruttner und Gerhard Scheit. Inhalt Alex Gruber/Philipp Lenhard: “Deutsche Ideologie”: Von Stirner zum PoststrukturalismusEinleitung zum vorliegenden Sammelband Tjark Kunstreich: Dem dunklen Gott geopfertLacans Erledigung des Selbstwiderspruchs des Subjekts Gerhard Scheit: Altern der Musik, Verjüngung des StrukturalismusÜber die Vorgeschichte der Postmoderne Birte Hewera: “Das System ist alles. Der Mensch ist nichts. Die Wirklichkeit ist - wenig“. Jean Améry und der Strukturalismus. Florian Ruttner: Der Mythos des RadikalenDer Verrat an der Aufklärung bei Georges Sorel, Georges Bataille und Michel Foucault Martin Dornis: Der Meister aus DeutschlandZur Kritik der Ideologie des Todes Alex Gruber: Dekonstruktion und RegressionDer Poststrukturalismus als Masseverwalter von Carl Schmitt und Martin Heidegger Philipp Lenhard: Negativer UniversalismusGiorgio Agamben, Étienne Balibar und der Zusammenhang von Antirassismus und Israelhass Niklaas Machunsky: Politik gegen das Politische, Arbeiter gegen IsraelAlain Badiou und der Universalismus Manfred Dahlmann: Biedermann und ÜbermenschPeter Sloterdijks deutsche Ideologie Philipp Lenhard: Sein zum TodeHeidegger, Qutb und die Aktualität der deutschen Ideologie Literaturverzeichnis

Regular price: €18.00
Willy Huhn: Der Etatismus der Sozialdemokratie
Willy Huhn: Der Etatismus der Sozialdemokratie

Der Essay von Willy Huhn gehört zu den Klassikern einer linken, nicht parteikommunistischen Kritik der offiziellen, sozialdemokratischen Arbeiterbewegung. Huhn stellt ideologiekritisch dar, wie es zur Staatsfixierung und am Ende zur Verstaatlichung der SPD kommen konnte. Er untersucht die Staatsphilosophie Ferdinand Lassalles, des Begründers der Sozialdemokratie, stellt dar, inwieweit Karl Kautsky die Marxsche Staatskritik im Streit um die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien mißverstand, und greift die These holländischer Rätekommunisten auf, die die Sozialdemokratie als prinzipiell obrigkeitshörige und staatssozialistische Partei begriffen. Damit bewegt sich Huhn an den Wurzeln der heutigen Sozialdemokratie der “Volks-Partei” des Godesberger Programms und zeigt auf, daß sich alle über die Möglichkeiten der SPD, Real- und Reformpolitik treiben zu können, gründlich irren – auch in der Berliner Republik. Mit einem Vorwort von Clemens Nachtmann und einem biographischen Exkurs von Christian Riechers Der Autor: Willy Huhn gehörte in der Weimarer Republik zu den Rätekommunisten der “Roten Kämpfer”, eine der aktivsten Organisationen im Widerstand gegen Hitler. Nach 1945 lehrte er an der Berliner Volkshochschule und war Redakteur der Zeitschrift “pro und contra”, die er bis zum Bruch mit dem Trotzkismus gemeinsam mit Ernest Mandel herausgab. Ausschluß aus der SPD 1953, u.a. wegen des öffentlich geführten Nachweises, “daß die sozialdemokratische Regierung Ebert, Scheidemann, Noske bewußt auf die Abschlachtung der revolutionären Arbeiter hingearbeitet hätte.” Die Herausgeber: Clemens Nachtmann (Berlin) ist Redakteur der Zeitschrift “Bahamas”, Christian Riechers war Professor für Politikwissenschaft in Hannover. Inhaltsverzeichnis und Leseproben CLEMENS NACHTMANNDie deutsche Sozialdemokratie als Partei des “Nationalsozialismus”.Willy Huhns Überlegungen zum totalen Staat WILLY HUHNEtatismus – “Kriegssozialismus” – “Nationalsozialismus” in der Literatur der deutschen Sozialdemokratie- Die Lassalle-Legende- Der Streit um den Staatssozialismus- Vom Sozialistengesetz zum Kriegssozialismus- Die Ideen von 1914 und die Folgen- AnmerkungenWILLY HUHNBilanz nach zehn Jahren (1929–1939)A. Die Periode der geistigen Rezeptivität (1929–1932)B. Die Periode der theoretischen Produktivität (1932–1939)1. Historische Kritik der Sozialdemokratie2. Historische Kritik des Staatssozialismus3. Historische Kritik der Kriegswirtschaft4. Historische Kritik des Bolschewismus5. Kritik des Faschismus6. Die historische Notwendigkeit des Nationalsozialismus7. Die Kriegswirtschaft als ökonomisches Problem8. Historische Kritik des NaturalismusWILLY HUHNKarl Marx gegen den StalinismusWas Marx und Engels unter “Kommunismus” verstanden CHRISTIAN RIECHERSWilly Huhn (1909 - 1970)Eine biographische Notiz JOACHIM BRUHNAvantgarde und IdeologieNachbemerkung zum RätekommunismusAnhang RALF WALTERWilly Huhn: Eine bibliographische Information

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Devi Dumbadze/Christoph Hesse: Unreglementierte Erfahrung
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Es ist, als ob man vergebens aus nächster Nähe zu betrachten suchte, was in weitester Ferne liegt – und dennoch nur scheinbar ein Jenseitiges ist. Etwas unreglementiert erfahren: ist das überhaupt möglich? Die in diesem Band versammelten Beiträge widmen sich der Bestimmung eines Begriffs, der in der kritischen Theorie Adornos einen zentralen, wenngleich nie ausdrücklich benannten Platz einnimmt. In der zahlreich vorhandenen Literatur zu Adorno wird unreglementierte Erfahrung, wenn überhaupt, als ein nur subjektives Phänomen oder gar als ein dem wissenschaftlichen Objektivismus entgegengesetzter Ausdruck individuellen Leids aufgefaßt. Wie hier gezeigt werden soll, geht es allerdings bei der unreglementierten Erfahrung ums Ganze, um nichts weniger als die Möglichkeit von Emanzipation schlechthin. Inhalt: Devi Dumbadze, Christoph Hesse: Einleitung Gerhard Scheit: Erfahrung und jüngstes Gericht. Eine Anmerkung zum verborgenen Freiheitsbegriff der Kritischen Theorie Dirk Braunstein: Die Erfahrung der Gesellschaft. Grundsätzliches zur philosophischen Erkenntnis Simon Duckheim: Alles ganz anders. Adornos Utopie der Erkenntnis am Beispiel Prousts Devi Dumbadze: ”Religion, IST“. Ideologie und unreglementierte Erfahrung Isabelle Klasen: ”Erfahrung wider das Ich“. Überlegungen zu einem Schönen nach Adorno Irene Lehmann: Die möglichen Unendlichkeiten des Unverständlichen und die Formen der Kritik. Luigi Nono und das engagierte Kunstwerk Christoph Hesse: Virtuelle Erfahrung Fabian Kettner: Eine nutzlose Erfahrung. Der Tod als Instanz unreglementierter Erfahrung Die Autoren

Regular price: €20.00
sans phrase, Heft 6
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sans phrase Redaktion HEFT 6 Juni 2015, 242 Seiten, 15€, ISSN: 2194-8860 BEIM VERLAG VERGRIFFEN! Till Gathmann: Antisemitisches Wahnbild und antiislamische Karikatur Georges-Arthur Goldschmidt: Der Deutsche und das Ressentiment – eine Antwort auf Alain Finkielkraut Georges-Arthur Goldschmidt: Ein Leben, ein Werk im Zeichen des Nationalsozialismus Martin Blumentritt: Antisemitismus auf den Richterstühlen der Vernunft. Jüdisches und Antijüdisches im Deutschen Idealismus (Teil 2) Manfred Dahlmann: Ökonomie und Ideologie Martin Dornis: Sigmund Freuds biologischer Materialismus. Zum Verhältnis von gesellschaftlicher Natur und naturhafter Gesellschaft in der Psychoanalyse Esther Marian: Psychoanalytische Frauenbiographik und die Theorie der Geschlechterdifferenz (Teil 2) Christoph Hesse: Ohne Namen. Die Darstellung der Verfolgung und Vernichtung der Juden im sowjetischen Kino (1938 – 1945) Tobias Ebbrecht-Hartmann: Lass die fernen Orte zu dir kommen … Aharon Appelfeld und die „Durchlässigkeit der Überlieferung“ Gerhard Scheit: Nach Kafka. Imre Kertész’ negative Ästhetik Joel Naber: Der kleine Charlie als gutes Objekt. Was am siebten Januar getötet wurde Gerhard Scheit: Je suis Charlie oder Wir sind das Volk. Michel Houellebecqs Unterwerfung und die Großkundgebungen von Leviathan und Behemoth Dieter Sturm: Gemeinschaft statt Nation. Anmerkungen zu den Abgründen der europäischen Ideologie Alex Gruber: Der globale Minotaurus und der verlorene Faden des Wirtschaftsprofessors Varoufakis Leo Elser: Das exzessive und das ‚anständige‘ Ressentiment Devi Dumbadze: Die gebrochene Liebe als „vzaimne“. Wie der Antisemitismus doch noch Georgiens Beziehung zu Israel prägt Tjark Kunstreich: Das Unbehagen in der homosexuellen Emanzipation Birte Hewera: Wem gehört die Erinnerung? Überlegungen zu Zeugenschaft und Kulturindustrie Lars Fischer: Georg im Wunderland. Über ein Beispiel marxistischer Musikbiographik Robert Bösch: Von Pferden und Menschen Gerhard Oberschlick: Nicht genügend kontrovers. Warum von Günther Anders’ Nachlass nichts in Tumult erscheint

Regular price: €15.00
Cajo Brendel: Anton Pannekoek - Denker der Revolution
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Die Theoretikerin Rosa Luxemburg ist zu einer Art schlechtem Gewissen sowohl der Sozialdemokratie wie des Parteikommunismus verharmlost worden. Verloren ging, daß ihre Schrift zur Kritik der Russischen Revolution von 1917 zugleich das Gründungsmanifest einer neuen Strömung radikaler Arbeiterbewegung wurde, der Rätekommunisten. Insbesondere der holländische Marxist Anton Pannekoek (1873 - 1960), dessen intellektuelle Biographie Cajo Brendel hiermit vorlegt, arbeitete auf den Gebieten der Erkenntnistheorie, der Politischen Ökonomie sowie der Theorie der Arbeiterräte den Gehalt dieser neuen, sowohl antileninistischen wie antireformistischen Orientierung heraus, die auf den Kommunismus zielt nicht als auf eine Staatsveranstaltung, sondern als die freie Assoziation der Produzenten. - Cajo Brendels Buch, das zuerst 1970 auf Holländisch erschien, wurde vom Autor selbst ins Deutsche übertragen und neu bearbeitet; es zeigt auch die Aktualität der Pannekoekschen Kritik der alten Arbeiterbewegung. Der Autor Cajo Brendel, geb. 1915 im Haag, Rätekommunist, schließt sich 1934 der holländischen Gruppe Internationaler Communisten(GIC) an. Er war der Mitherausgeber der holländischen Zeitschriften Spartacus (1952-1954) und Daad en Gedachte (1965-1998). In der Bundesrepublik wurde er bekannt durch seine Rede 1971 auf dem Kronstadtkongreß in Berlin anläßlich des 50. Jahrestages der Kommune von Kronstadt, sowie durch diverse Veröffentlichungen in deutscher Sprache, u.a. Lenin als Stratege der bürgerlichen Revolution (1973), Autonome Klassenkämpfe in England 1945-1972, (Berlin 1974), "Thesen über die chinesische Revolution" (Hamburg 1977) und Anmerkungen zur Neuformierung der revolutionären Linken, in: Die Aktion (1994) Aus dem Inhalt Pannekoeks Methode Pannekoek und die holländische Sozialdemokratie Der Parlamentarismus Die Bedeutung des selbständigen Handeln der Arbeiter Pannekoeks Kritik an der Gewerkschaftsbewegung Die Kritik der Dritten Internationale an Pannekoeks Auffassungen über Parlamentarismus und Gewerkschaften Pannekoeks Analyse der Russischen Revolution Der bürgerliche Materialismus in Lenins Theorie Schlußfolgerungen zur Organisationsfrage Kritik der Sozialisierung, des Staatssozialismus und der Arbeiterkontrolle Pannekoek und Rosa Luxemburg über Imperialismus Die Arbeiterräte Mit dem Band Anton Pannekoek, Paul Mattick u.a., Marxistischer Antileninismus, hat der ça ira - Verlag 1991 bereits eine (lieferbare) Sammlung rätekommunistischer Texte vorgelegt.

Regular price: €24.00
Gerhard Scheit: Kritik des politischen Engagements
Gerhard Scheit: Kritik des politischen Engagements

Alle Ideologie beruht auf Verdrängung der Gewalt; noch dort, wo sie Gewalt fetischisiert, bildet der blinde Fleck des Souveräns den Ursprung. Denn ausgeblendet wird ja nicht Gewalt als solche, sondern dass durch sie die Einheit der Gesellschaft erst Bestand hat. An diesem blinden Fleck tritt im Politischen selbst zutage, wie Aufklärung sich weigert, ihre eigenen Bedingungen zu begreifen – darin ist sie zunächst nichts anderes als die frühe Gestalt des Engagements. In dieser ‚Dialektik des Leviathan‘, wie sie der erste Teil des Buchs im Anschluss an die Dialektik der Aufklärung zu umreißen versucht, erhält die Gegenüberstellung von Hobbes und Spinoza eine Schlüsselrolle. Die These lautet, dass ein kritischer Begriff des Staats ohne die Kritik der spinozistischen Auffassung von Substanz nicht zu haben sei, deren problematische Aspekte nicht zufällig in der französischen (und italienischen) Linken (Althusser, Deleuze, Negri…) wiederkehrten. Umgekehrt war es gerade die Problematik dieses Substanzbegriffs, die es Marx erst ermöglichte – zusammen mit der Hegelschen Dialektik und zugleich gegen sie gerichtet – die Kritik der politischen Ökonomie zu entfalten. Wenn die neueste Ideologie der Linken wie der Rechten, in Frankreich wie in Deutschland, vielfach das Heideggersche „Sein“ und den Carl Schmitt’schen „Begriff des Politischen“ an die Stelle von Substanz und Souveränität setzt (Agamben, Badiou, Mouffe…), ist es mit jener ‚Dialektik des Politischen‘ auf dem Boden der klassischen Metaphysik und Aufklärung nicht mehr getan. Dem heutigen Triumph Heideggers und Schmitts zu widersprechen, geht es im zweiten Teil des Buchs: Jean-Paul Sartres „Engagement gegen den Tod“ und Jean Amérys Appell, den Leib zu „substantiieren“ (wie das Manfred Dahlmann jüngst ausgedrückt hat), bedeuten einerseits Annäherung an die entscheidenden Fragen einer Philosophie nach Auschwitz – gerade auch, was die Frage des Souveräns betrifft. Andererseits verkehrte sich bei beiden regelmäßig die kritische Intention, sobald man den Gegenstand des Engagements mit der politischen Linken teilen und also Politik machen wollte. Dass sie vielmehr zu sabotieren sei, hat allerdings Améry – ohne sich dessen unbedingt bewusst zu sein – in seiner Parteinahme für Israel vorgeführt wie kaum ein anderer. Der von Adorno formulierte kategorische Imperativ, der zugleich das Politische als „Stand der Unfreiheit“ begreift, erweist sich als die einzige Möglichkeit, dieser Sabotage auf den Grund zu gehen. Hier spannt sich aber auch der Bogen zum ersten Teil des Buchs zurück: Aus der Kritik an Spinozas Substanzbegriff lässt sich keine Kritik an Heideggers Sein zum Tode entwickeln, so wie auch der Gegensatz zwischen der Vernunft als Selbsterhaltung, die in derDialektik der Aufklärung kritisiert wird, und der Vernichtung um der Vernichtung willen, die das Selbstopfer einschließt, dialektischer Vermittlung nicht mehr zugänglich ist, sondern zur Intervention nötigt. Davon legt jener Imperativ Zeugnis ab. Nur wer sich dabei jedoch die eigene Ohnmacht immer wieder eingesteht, die im notwendigen Engagement gegen den Antisemitismus so fatal wie nirgendwo hervortritt – spätestens dann, wenn der eben erst bezwungene Antisemit in neuer Gestalt wiederaufersteht –, wird auch die antisemitische bzw. antizionistische Gewalt nicht unterschätzen. (Diese Unterschätzung ist das Merkmal aller liberalen Anstrengungen, die Antisemiten zurückzudrängen.) Der dritte Teil schließlich versammelt – in Anlehnung an Adornos Engagement-Essay – Einzelstudien zur Kritik des politischen Engagements, wie sie sich an und in den Werken von Literatur und Essay, Musik und Film erschließt (Thomas Bernhard, Berthold Brecht, Hanns Eisler, Jean-Luc Godard, Elfriede Jelinek, Imre Kertész, Claude Lanzmann, Georg Lukács…). Aus dem Inhalt Teil 1: Die Substanz, das Gesetz und der Souverän Abschied vom Leviathan Das Gravitationsgesetz des Staats Ultimi barbarorum als Nachtwache des Souveräns Transzendenz der Todesdrohung, Immanenz der Seelenruhe Spinozas Ethik und Kants Moral Kabbala ohne Judentum Leib und Seele Wiederkehr des Verdrängten Rule of Law oder Prärogative Staat oder Gott Staatskritik oder Platonismus Leib und Kapital Das Kapital und die abstrakte Arbeit Hirn, Muskel, Nerv, Hand usw. Über die Wertform des Individuums Der neue Behemoth und die falschen Freunde Spinozas Antihumanismus Anti-Ödipus und Anti-Hobbes Anarchie und Antizionismus Teil 2: Das Sein zum Tode, der Praktische Imperativ und das Engagement Herr und Knecht Der Herr Der Knecht Phänomenologie des Unstaats Engagement für und gegen den Tod Der Seinsphilosoph vor der Résistance Le faux, c’est la mort Behemoth und die Aufhebung des kategorischen Imperativs Exkurs über den verborgenen Freiheitsbegriff der Kritischen Theorie Der praktische Imperativ im Zeitalter des Antizionismus Charaktermaske und automatisches Subjekt, Staatscharakter und sterblicher Gott Die Krise und der Wahn Engagement und Ohnmacht Vernichtung und Gegengewalt Folter und Freiheit Logik der Vernichtung Gegengewalt im absoluten Grauen Gegengewalt als Ideologie Der blinde Fleck der Kritischen Theorie und der Primat der Außenpolitik Die Juden und die verwaltete Welt Marginalien zu Theorie und Praxis der Gegengewalt Die Souveränität des Judenstaats gegen den neuen Behemoth Exkurs: Postmarxisten versus Verfassungsanarchisten Teil 3: Das Kunstwerk, die Form und die politische Untat Nach Kafka: Versuch über Imre Kertész Georg Lukács und der romantische Antikapitalismus Jean-Paul Sartre und die romantisierte Résistance „Pogrommusik“: Der Bruch in Adornos Mahler-Deutung Hanns Eisler und die letzten Tage der Menschheit Engagement als mimetisches Element bei Brecht Im Zeichen Ernst Jüngers: Engagement als ideologisches Element bei Alfred Andersch Totales Subjekt, kollektives Unbewusstes: Thomas Bernhard und Elfriede Jelinek „...ihr habt den Tod gehasst“: Claude Lanzmann und die Kritik der politischen Gewalt Anstelle eines Nachworts: Nachgelieferte Prolegomena

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sans phrase, Heft 8
sans phrase, Heft 8

Heft 08, Frühjahr 2016 Gerhard Scheit: Flüchtlingsmonopoly und Israelsolidarität Leo Elser: Kritik der Flüchtlingspolitik. Gegen Flüchtlingspolitik Thomas von der Osten-Sacken: Elemente und Ursprünge der Flüchtlingskrise. Aus einer Podiumsdiskussion im Republikanischen Club in Wien, 11. Januar 2016. Danyal Casar: Türkische Katastrophenpolitik. Über einen baldigen Beitrittskandidaten der EU Aus einer Diskussion vom 14. März 2016 über die anstehenden US-Wahlen mit Simone Dinah Hartmann und Florian Markl: Europäisierung der amerikanischen Politik? Gerhard Scheit: Die Philosophie der Abschreckung und die Dialektik der Aufklärung. Über André Glucksmann 1927 – 2015 Jean Améry: Zwei verfeindete Denkmethoden. Max Horkheimers Essays über die dialektische Vernunft Esther Marian: Jean Améry und die Neue Linke Niklaas Machunsky: Der polemische Gehalt des Judentums Philipp Lenhard: Blinder Fleck? Eine kurze Erwiderung auf Gerhard Scheit Tagebucheinträge: Aus Omas ‚Schwarzen Heften‘ Arthur Buckow: Wann sie schreiten Seit’ an Seit’. Ein Schaustück über Kunst und Propaganda, Diskurs und Judenhass H.v.Z.: Die Protokolle der Weisen von Zion jetzt neu bei New Left Review David Hellbrück: Wiens Wilder Westen Manfred Dahlmann: Kritik als Politisierung der Kunst? Walter Benjamin und die Ästhetisierung der Politik Alex Gruber: Benjamin in Palestine. Vom Ursprung des postmodernen Trauerspiels Redaktion: Biographische Anmerkung zu den beiden Texten von Roman Rosdolsky Roman Rosdolsky: Einige Bemerkungen über die Methode des Marxschen Kapital und ihre Bedeutung für die heutige Marxforschung Alfred Schmidt: Zum Erkenntnisbegriff der Kritik der politischen Ökonomie Martin Puder: Der werdende Marx Manfred Dahlmann: Geschichte und Struktur. Diskussion zu Rosdolsky, Schmidt und Puder Roman Rosdolsky: Das jüdische Waisenhaus in Krakau Renate Göllner: Masochismus und Befreiung: Georges-Arthur Goldschmidt Gerhard Scheit: Sie sollen die Scham überleben. Versuch über Kafkas späte Tier-Monologe Klaus Thörner: Djihad im Ersten Weltkrieg. Deutschlands Versuch, die islamische Welt zu revolutionieren Luis Liendo Espinoza: Ideologie und Terror. 20 Jahre erste Wehrmachtsausstellung und Hitlers willige Vollstrecker Gerhard Scheit: Von Hitlers willigen Vollstreckern zum Holocaust des Klimawandels. Kleine Nachbemerkung zu 20 Jahren Goldhagen-Debatte Ljiljana Radonić: Individualisierung als Abwehr. Deutsche Erinnerungskultur versus postsozialistische Affinität zur „Sache des Zionismus“ David Hellbrück: Heldenfernsehen. Über Fritz Bauer, Rache und Gerechtigkeit

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Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet
Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet

Binjamin Segel Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet Eine Erledigung (1924) Herausgegeben und kommentiert von Franziska Krah Dezember 2017, 520 Seiten, 29 €, ISBN: 978-3-86259-123-7 “Ich habe in der Legende der Weisen von Zion nie etwas anderes sehen können als eine phantastische Ausgeburt maniakalischen Judenhasses, auf den ich mich so wenig verstehe, daß er mich gar nicht berührt, und daß ich wenig geneigt bin, mich überhaupt mit ihm zu beschäftigen. Ihr Buch zeigt mir, welch ein Aufwand von wissenschaftlicher Energie und Akribie sich immerhin empfahl, als es galt, dieser Legende endgültig den Garaus zu machen.” Diese Zeilen richtete Thomas Mann im November 1926 an Binjamin Segel, nachdem er dessen Veröffentlichung “Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet” mit dem optimistischen Untertitel “Eine Erledigung” gelesen hatte. Beinahe drei Jahre arbeitete der jüdisch-galizische Journalist Segel (1866-1931) an der Entlarvung des weltweit bekanntesten Verschwörungsphantasmas. Mit seiner Aufklärungsschrift von 1924 gehörte er zu den Vorreitern einer Kritik des antisemitischen Pamphlets, während die Mehrheit der Intellektuellen eine nähere Auseinandersetzung mit der unrühmlichen Thematik vermied. Segel lieferte mit seiner Abhandlung schließlich nicht nur einen Überblick über die Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte der Protokolle, sondern konnte darin auch nachweisen, aus welchen Texten sich die Urheber des Pamphlets bedienten, um den Plan einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung zu entwerfen. Mit der Neuauflage von Segels Pionierschrift soll das zeitgenössisch bedeutende Dokument erneut gewürdigt werden, auch wenn mit ihm nicht der von Thomas Mann erhoffte Garaus des Pamphlets erzielt werden konnte. Denn nach wie vor ist die Beliebtheit der Protokolle unter Antisemiten – insbesondere in islamischen Ländern und Rußland – ungebrochen. Inhalt: Franziska Krah Die Bibel der Antisemiten. Geschichte und Gegenwart der Protokolle der Weisen von Zion Editorische Notiz Binjamin SegelDie Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung von Binjamin Segel Einleitung 1. Der erste Eindruck der Protokolle 2. Wie die Protokolle ans Licht kamen 3. Das Weltreich der Juden und der Zionismus 4. Juden und Freimaurer 5. Sprache und Herkunft der Protokolle 6. Zion und die Zionisten 7. Die Protokolle als Dokumente unserer Zeit 8. Kritische Analyse der Protokolle 9. Das Plagiat und seine Urschrift 10. Ein Blick in die Werkstatt der Diebe und Fälscher 11. Das prophetische Element in den Protokollen 12. Die Beweise für die Echtheit der Protokolle 13. Die Eideshelfer des heiligen Nilus 14. Die religions- und geschichtsphilosophische Grundlage der Protokolle (Nilus als Denker) 15. Entstehungs- und Abfassungszeit der Protokolle 16. Zur Psychopathologie des Antisemitismus Franziska KrahSchreiben als Leidenschaft. Über den Journalisten und Antisemitismuskritiker Binjamin W. Segel Bibliographie von Segels Schriften Personenverzeichnis

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sans phrase, Heft 11
sans phrase, Heft 11

sans phrase Redaktion HEFT 11 Dezember 2017, 280 Seiten, 15€, ISSN: 2194-8860 Markus Bitterolf: „Vor ein paar Jahren sind wir zum schönsten Dorf: Deutschlands gewählt worden.“ Über den Mord an Marinus Schöberl vor 15 Jahren Renate Göllner: „Brecht mit eurem Vater“. Bruch und falsche Versöhnung in der postnazistischen Familie Niklas Frank: Dunkle Seele, feiges Maul. Wie skandalös und komisch sich: die Deutschen beim Entnazifizieren reinwaschen David Hellbrück: Konsequente Souveränisten (Teil II). Über Staatsverweigerer, Reichsbürger und Selbstverwalter als militante Querulanten Karl Marx: [Über einige Voraussetzungen der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien] Interview mit J. E. Heufelder: Über den Salonbolschewisten Felix Weil Adrian Alban: Treffen sich Schiller, Hegel und Adorno im Labor …Zum Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik Gerhard Scheit: Mozarts Clemenza di Tito als Terror- und Flüchtlingsoper. Kleiner Rückblick auf den Welttheaterschwindel von 2017 Jonas Dörge: Auschwitz on the beach – oder: Niemand hatte die Absicht, ein Gedicht zu lesen H. v. Z.: Verjazzter Parsifal – oder: Weininger spielt heute Saxophon. Gilad Atzmon und die New Right Ljiljana Radonić: Ist Queer noch zu retten? Florian Markl: Der Ursprung der Israel-Boykottbewegung Karl Pfeifer: Die Juden der arabischen Welt: eine verbotene Frage Pavel Brunßen: Die Protokolle der Rabbis von der Westbank. Verschwörung: und Wasservergiftung im 14. und 21. Jahrhundert Dominik Drexel: Herfried Münkler und die Neuen Deutschen. Zur politischen Vermittlung des Islamismus Presseschau: Populistische Außenpolitik. Kleine Presseschau zur Frage der US-Hegemonie Manfred Dahlmann / Christian Thalmaier: Anmerkungen zur Logik und Geschichte des Kapitals. Ein Gespräch (1. Teil) Hans-Georg Backhaus: Zur Kritik der nominalistischen Geldtheorie Ingo Elbe: „Die Reinigung macht uns frei“. Karl Jaspers’ Beitrag zur Herstellung der nationalen Schuldgemeinschaft durch Akzeptanz des Kollektivschuldbegriffs Georges-Arthur Goldschmidt: Ist da jemand? Gemeinschaft oder Gesellschaft – Heidegger oder Sartre Vorbemerkung: Shylock unter den Staaten. Vorbemerkung zum letztenKapitel von Hans Mayers Außenseiter Hans Mayer: Judenhass nach Auschwitz Gerhard Scheit: „… auf Grund von Auschwitz“. Über Peter Szondi Marcel Matthies: Die Blechtrommel als avantgardistischer Roman des Vergangenheitsrecyclings Oshrat Cohen Silberbusch: Rire à tout prix? Theodor W. Adorno wider die falsche Versöhnung Miriam Mettler: Über Wut und Würde der Rabenkinder. Einige Thesen zum Film Cría Cuervos von Carlos Saura Christian Thalmaier: „Muss ein lieber Vater wohnen“. Zur politischen Ökonomie der Vaterschaft Renate Göllner: Auf der Suche nach der verlorenen Stadt.Über Vladimir Jabotinskys Roman Die Fünf Gerhard Scheit: Die Bewaffnung des Gestors: Von Theodor Herzl zu Vladimir Jabotinsky. (Theorie des Zionismus, Kritik des Antizionismus 1. Teil) Karl Pfeifer: Zionistische Praxis: Die Bricha Florian Ruttner: Pangermanismus als Behemoth. Zur Bedeutung von Masaryk und Beneš für die Kritik des Staats

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Manfred Dahlmann: Das Rätsel der Macht
Manfred Dahlmann: Das Rätsel der Macht

Manfred Dahlmann Das Rätsel der Macht Michel Foucaults Machtbegriff und die Krise der Revolutionstheorie Januar 2018, 342 Seiten, 23 Euro, ISBN: 978-3-86259-139-8 Die vorliegende Arbeit, die als Diplom-Arbeit verfasst und im September 1980 bei Johannes Agnoli eingereicht wurde, war das Resultat einer Auseinandersetzung mit Michel Foucault, der man sich in Berlin Ende der 1970er Jahren nur schwer entziehen konnte. „Jeder Aussage, gleichgültig, ob sie als Affirmation, als Kritik oder als Negation gemeint ist, liegt ein positiver Gehalt zugrunde. Die Reflexion auf diesen, meist unbewußten Gehalt gibt anderen erst die Möglichkeit, aber auch sich selbst, abgegebene Urteile auf ihren Wirklichkeitsgehalt hin zu überprüfen. Letzteres will nichts anderes besagen, als daß ein konsequent durchgeführter Skeptizismus sich über die eigene Positivität ebenso hinwegtäuscht, wie jede Form von Partikularismus (Empirismus, wissenschaftlicher Rationalismus und auch der Positivismus à la Foucault) darüber stolpert – und hiermit benenne ich das versteckte Problem in Foucaults Machtbegriff auf allgemeinster Ebene – daß auch noch so vereinzelte Aussagen immer auf eine, in letzter Instanz positiv beschreibbare Totalität verweisen. Die weitgehende Mißachtung dieses Aspektes einer jeden Reflexion auch im Marxismus ist der Punkt, den ich für die Entstehung der Krisen des Marxismus (mit-)verantwortlich mache.“ Inhalt: Statt eines Vorwortes: David Hellbrück im Gespräch mit dem Autor Einleitung Kapitel 1. Die Existenz der Macht: Foucaults Nominalismus Kapitel 2. Inhaltsbestimmungen der Macht: Die Kategorien der Machtanalyse Orte der Macht: Diskurs, Dispositiv, Vergegenständlichung, Natur Das Außen der Macht: die Körper Strategien der Individualisierung: Disziplin und Seele Ontologie der Macht: Geschichte und Struktur Kapitel 3. Positivität als Wirkungsweise der Macht: Das strategische Modell Erkenntnis und Politik: Überlegungen zur Gesellschaftlichkeit von Formanalysen Genealogie: Logik im Chaos von Ereignissen und Entstehungen Regelhaftigkeit und Kontinuität als Konstruktionen des historischen Diskurses Ein eher polemischer Exkurs: die Operationalisierbarkeit der Macht Genealogie und Materialismus Die Anti-Repressionshypothese Kapitel 4. Mikrophysik der Macht: Foucaults Realanalyse der bürgerlichen Gesellschaft Genealogie der bürgerlichen Gesellschaft: Universalisierung der Disziplinarmächte und Individualisierung Gesellschaftliche Reproduktion und Macht: Staat, Recht und Ökonomie Die Revolutionierung der gesellschaftlichen Reproduktion als Transformation von Machttechniken Die Strategie der Macht Der Diskurs: Träger jeder Macht Der Wille zum Wissen: Die Entstehung der Wissenschaften vorn Individuum Politik, Ökonomie und Geschichte der Wahrheit Kapitel 5. Das versteckte Problem und seine Folgen Wahrheit und Ideologie Widerstand und Macht Identität und Totalität Die Intelligibilität der Macht: Das Denken des Außen Anhang Initiative Sozialistisches Forum: Gegen die Heideggerisierung der Linken. Die Ideologie vom Diskurs. Über die Nutzlosigkeit Foucaults für die antinationale Linke Jörg Finkenberger: Das Zeitalter des Poststrukturalismus Manfred Dahlmann: Kritische Theorie am Ende? Über die Antinomien totaler Vergesellschaftung bei Stefan Breuer und Wolfgang Pohrt Literatur Manfred Dahlmann ist Mitherausgeber der Zeitschrift sans phrase. 2013 ist von ihm Freiheit und Souveränitäterschienen und darüber hinaus hat er bei ça ira die Bücher Geduld und Ironie. Johannes Agnoli zum 70. Geburtstagsowie Kritik der Politik. Johannes Agnoli zum 75. Geburtstag mitherausgegeben. Weitere Artikel finden Sie hier:Beiträge.

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Alfred Sohn-Rethel: Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis
Alfred Sohn-Rethel: Exposés zur materialistischen Kritik der Erkenntnis

Der dritte Band der Werkausgabe Alfred Sohn-Rethels, mit denen die Schriften abgeschlossen werden, enthält die sogenannten Exposés: angefangen mit dem auf Capri entstandenen frühen Positano-Exposé von 1926 bis hin zum ersten englischunter en Entwurf von Intellectual and Manual Labour von 1951. In der ihm eigenen Textgattung des Exposés ringt Sohn-Rethel um einen kritischen Standpunkt in Philosophie und Gesellschaftstheorie. Anders als etwa bei seinen temporären Weggefährten des Frankfurter Instituts für Sozialforschung stehen bei ihm Naturwissenschaft und Ökonomie als wesentliche Bestandteile der industriellen Moderne im Vordergrund seiner kritischen Untersuchungen. In seinen Bemühungen reagiert Sohn-Rethel auf wichtige intellektuelle und politische Strömungen und Ereignisse seiner Zeit: Neukantianismus und Neopositivismus in der Philosophie, die Ausbildung der Grenznutzenschule, die sozialistische Planungsdebatte und die Formalismus-Substantivismus-Debatte in der Wirtschaftswissenschaft, auf der politischen Ebene endlich die »objektive Möglichkeit« des Sozialismus sowie die sich stattdessen einstellende Wirklichkeit des Nazifaschismus. Die zu großen Teilen hier erstmals veröffentlichten Exposés ergänzen zwar die teils zu Lebzeiten veröffentlichten Schriften Sohn-Rethels, zeichnen aber nicht nur die bloße Vorgeschichte der späteren Veröffentlichungen nach, mit denen der Autor bekannt geworden ist, sondern zeigen ebenso ein ganz anderes Anliegen: Sohn-Rethels Versuch – auf dem Höhepunkt des eigenen Schaffens, aber unter den äußerst widrigen Umständen von Flucht und Exil – die Fäden seines Denkens in einer Synthese von kritischer Erkenntnistheorie, Ökonomiekritik und politischer Faschismustheorie zusammenzuführen. In diesem Licht erscheinen die späteren Bücher als Bruchstücke eines sehr viel umfangreicheren Projekts, dem die Zeit nicht gewogen war Viten Alfred Sohn-Rethel, geboren 1899 in Neuilly-sur-Seine und 1990 in Bremen gestorben, war Nationalökonom und Sozialphilosoph. Er studierte in Heidelberg und Berlin und promovierte 1928 bei Emil Lederer. Er stand in engem Austausch mit Walter Benjamin, Ernst Bloch und Theodor W. Adorno. Von 1931 bis 1936 arbeitete er beim Mitteleuropäischen Wirtschaftstag, wo er die NS-Ökonomie analysierte. 1936 ging er ins Exil. Sein Hauptwerk Geistige und körperliche Arbeit erschien 1970; seine Gesammelten Schriften erscheinen seit 2012 bei ça ira. Daniel Burnfin ist Gastdozent für Philosophie an der University of the South. Bevor er nach Sewanee kam, war er Lehrbeauftragter für Geisteswissenschaften und Dozent für Germanistik und am College der University of Chicago tätig, wo er 2022 seinen Doktortitel in Philosophie und Germanistik erwarb. Seine Arbeit befasst sich mit klassischer politischer Ökonomie, politischem Realismus sowie Hegel, Marx, Keynes und Sohn-Rethel. Carl Freytag lebt in Deutschland und Griechenland, ist Mitherausgeber der Schriften Sohn-Rethels, Herausgeber seiner Erzählungen und hat sich in Essays und Radiosendungen mit Sohn-Rethels Leben und Werk auseinandergesetzt. In seiner Monografie Deutschlands Drang nach Südosten beleuchtet Carl Freytag Sohn-Rethels Rolle in den Jahren 1931 bis 1936 im Umkreis des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages (MWT). Außerdem ist er der Biograph von Tilo von Wilmowsky, dem Gründer des MWT. Agnès Grivaux ist Philosophin und Maître de conférences für deutsche Philosophie an der Universität Nantes. Sie ist Absolventin der École normale supérieure, Agrégée de philosophie und promovierte 2018 bei Marc Crépon, Axel Honneth und Gérard Raulet mit einer Arbeit über Raison, délire et critique: Psychanalyse et critique de la raison chez Adorno et Horkheimer (Vernunft, Wahn und Kritik: Psychoanalyse und Vernunftkritik bei Adorno und Horkheimer). Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der kritischen Theorie. Oliver Schlaudt ist Philosoph und Autor. Er studierte Physik und Philosophie an der Universität Heidelberg, wo er auch promovierte und sich habilitierte. Er hatte Gast- und Vertretungsprofessuren in Paris und Freiburg inne und war Gastforscher in einer archäologischen Forschungsgruppe der Universität Tübingen. Seit 2022 ist er im Rahmen des Heisenberg-Programms der DFG Professor für Philosophie und Politische Ökonomie an der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung in Koblenz. Inhalt Einleitung der Herausgeber Positano 1926 Kommentar zum Positano Exposee von 1926 Exposé zum theoretischen Kommentar der Marxschen Gesellschaftslehre (»Positano Exposé«, 1926) Luzern 1936 Exposé zum Plan einer Soziologischen Theorie der Erkenntnis (»Luzerner Exposé«, 1936) Dokumente zum Luzerner Exposé Nachwort zu Soziologische Theorie der Erkenntnis (1984) »Die Absicht der ganzen Arbeit« (beiliegendes Résumé) Brief an Walter Benjamin, 12. August 1936 Brief an Max Horkheimer, 14. Oktober 1936 Paris 1936–1937 Exposé zur Theorie der funktionalen Vergesellschaftung (»Nottinghamer Brief« an Theodor W. Adorno, 4./12. November 1936) Dokumente zum Pariser Exposé Zum Gespräch mit Walter Benjamin am 22. Dezember 1936 im Café Versailles Brief an Max Horkheimer, 27. April 1937 Zur kritischen Liquidierung des Apriorismus. Eine materialistische Untersuchung (»Pariser Exposé«, 1937) Einordnung im Rückblick Nachwort zu »Zur kritischen Liquidierung des Apriorismus« (1970) Alfred Sohn-Rethel, Stefan Breuer, Bodo von Greiff: Differenzen im Paradigmakern der Kritischen Theorie, Teil II (1986) Geld und Philosophie. Helmut Höge im Gespräch mit Alfred Sohn-Rethel (1986) London 1938–1940 Brief an Günther Busch, 28. Februar 1980 Kritische Liquidierung des philosophischen Idealismus (1940) Birmingham 1941–1951 Warenform und Denkform auf Grund der Marxschen Theorie (1941) Systematic Foundation of Historical Materialism. Critique of Philosophical Epistemology (1943) »The Seven Chapters« »The Nineteen Chapters« Späterer handschriftlicher Kommentar Intellectual and Manual Labour. Critique of Idealistic Epistemology (1951) Dokumente zum Kontext The guiding idea of my research Korrespondenz mit Paul Sweezy (1971) Miszellaneen und Nachträge Zur Geschichte und Theorie des Faschismus – Nachträge zu Band II Das deutsch-ägyptische Zwiebelgeschäft (1935) Keine Ausdehnung nach Osten? (1936) The economic definition of fascism Gespräch über den Faschismus Ökonomische Analysen aus den 1970er Jahren Kurze synoptische Skizzierung des uns betreffenden Geschichtsprozesses Die ökonomische Zwiespältigkeit der Übergangsgesellschaft Die ökonomische Zwiespältigkeit der Übergangsgesellschaft. Zur Kritik der bürgerlichen Betriebswissenschaft Automatic Production and the Division of Head and Hand The Logic of Production Against the Logic of Appropriation and Exploitation (Version I) The Logic of Production Against the Logic of Appropriation and Exploitation (Version II) Zur gesellschaftlichen Theorie der Naturwissenschaften Eine gesellschaftliche Theorie der wissenschaftlichen Naturerkenntnis A Social Theory of Science The Rise of Modern Science: Labour and Abstractions Miszellaneen Rezension von Graf Paul Yorck von Wartenburg: Italienisches Reisetagebuch, 1927, und Wladimir von Hartlieb: Italien, alte und neue Werte, 1927 Gerd Bergfleth on ›Geistige und körperliche Arbeit‹ Thesen-Paper zum Thema Erkenntnis- und Gesellschaftstheorie Alfred Sohn-Rethel für Thomas Leithäuser Einleitung (zu einem unbekannten Buchprojekt) Tagung in Cosenza (1977) Commodity form and the conceptualization of scientific categories Unveröffentlichtes Interview mit L’Espresso (1977) Gastvortrag in Milano (1982) Per una teoria sociale delle scienze naturali. Themenvorschlag Geschichtsmaterialismus und Naturwissenschaft Nachweise und editorische Anmerkungen Personenverzeichnis Rezensionen Bruno Latour: Wer hat das Sagen? Kant in den Fängen von Marx. Rezension der französischen Übersetzung von Das Geld, die bare Münze des Apriori von Françoise Willmann (La Tempte, 2017). In: Le Monde des livres vom 1. Februar 2018

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Frank Böckelmann: Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit 
Frank Böckelmann: Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit 

Frank Böckelmann Die schlechte Aufhebung der autoritären Persönlichkeit 1987, 2. Auflage 2017, 108 Seiten, ISBN: 978-3-86259-142-8 2. Auflage 2017 17,00 €Böckelmann resümiert die Studien Adornos und Horkheimers über »Autorität und Familie«. Der Text – erstmals 1966 als Diskussionspapier der Subversiven Aktion veröffentlicht – erscheint hier mit einem neuen Vorwort des Autors »Zwanzig Jahre danach«. Die Gesellschaft und mit ihr die Familie verzichten auf das zu kostspielige Mittel der Triebunterdrückung. Was vor sich geht, wird frap- pant deutlich, wenn wir Herbert Marcuse zitieren, der noch 1938 schrieb: »Die unverklärte, unrationalisierte Freigabe der sexuellen Beziehungen wäre die stärkste Freigabe des Genusses als solchem und die totale Entwertung der Arbeit um der Arbeit willen. Die Spannung zwischen dem Selbstwert der Arbeit und der Freiheit des Genusses könnte innerhalb eines Menschenwesens nicht ertragen werden: die Trostlosigkeit und Ungerechtigkeit der Arbeitsverhältnisse würden eklatant das Bewußsein der Individuen durchdringen und ihre friedliche Einordnung in das gesellschaftliche System der bürgerlichen Welt unmöglich machen.« Inzwischen wurde Sexualität »freigegeben« und Arbeit »entwertet« – doch mit ganz anderen Konsequenzen, als Marcuse damals hoffte. Aber mit welchen anderen Konsequenzen eigentlich?

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Joachim Bruhn: Was deutsch ist - Zur kritischen Theorie der Nation 
Joachim Bruhn: Was deutsch ist - Zur kritischen Theorie der Nation 

Joachim Bruhn Was deutsch ist Zur kritischen Theorie der Nation März 2019, 300 Seiten, ISBN: 978-3-86259-141-1 Zweite, erweiterte und überarbeite Auflage von 1994 25,00 €

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Friedrich Pollock: Schriften zu Nationalsozialismus und Antisemitismus - Gesammelte Schriften Band 3
Friedrich Pollock: Schriften zu Nationalsozialismus und Antisemitismus - Gesammelte Schriften Band 3

Friedrich Pollock Schriften zu Nationalsozialismus und Antisemitismus Gesammelte Schriften Band 3 März 2026, 328 Seiten, ISBN: 978-3-86259-134-3 Herausgegeben von Philipp Lenhard | Hardcover 31,00 € Der dritte Band der Gesammelten Schriften Friedrich Pollocks enthält Texte zu Nationalsozialismus und Antisemitismus sowie Überlegungen zur europäischen Nachkriegsordnung.

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Friedrich Pollock: Schriften zu Planwirtschaft und Krise - Gesammelte Schriften Band 2
Friedrich Pollock: Schriften zu Planwirtschaft und Krise - Gesammelte Schriften Band 2

Friedrich Pollock Schriften zu Planwirtschaft und Krise Gesammelte Schriften Band 2 Februar 2021, 640 Seiten, ISBN: 978-3-86259-133-6 Herausgegeben von Johannes Gleixner und Philipp Lenhard | Hardcover 36,00 € Im zweiten Band der Gesammelten Schriften Friedrich Pollocks steht seine Habilitationsschrift über die sowjetische Planwirtschaft im Zentrum.

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Friedrich Pollock: Marxistische Schriften - Gesammelte Schriften Band 1
Friedrich Pollock: Marxistische Schriften - Gesammelte Schriften Band 1

Friedrich Pollock Marxistische Schriften Gesammelte Schriften Band 1 Juni 2018, 362 Seiten, ISBN: 978-3-86259-132-9 Herausgegeben von Philipp Lenhard | Hardcover | 2. durchgesehene Auflage 34,00 €Der erste Band der Gesammelten Schriften Friedrich Pollocks enthält Texte aus der Zeit der Weimarer Republik, die sich mit der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie auseinandersetzen, insbesondere mit der Wertformanalyse und der Geldkritik.

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Antisemitismus – die deutsche Normalität: Geschichte und Wirkungsweise des Vernichtungswahns
Antisemitismus – die deutsche Normalität: Geschichte und Wirkungsweise des Vernichtungswahns

Arbeitskreis Kritik des deutschen Antisemitismus Antisemitismus – die deutsche Normalität Geschichte und Wirkungsweise des Vernichtungswahns 2001, 296 Seiten, ISBN: 978-3-924627-69-0 26,00 €

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Dirk Braunstein: Adornos Kritik der politischen Ökonomie
Dirk Braunstein: Adornos Kritik der politischen Ökonomie

Dirk Braunstein: Adornos Kritik der politischen Ökonomie Januar 2025, 464 Seiten, ISBN: 978-3-86259-189-3 3., um einen Anhang erweiterte Auflage | Hardcover 29,00 €

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Dirk Braunstein, Christoph Hesse: Schiffbruch beim Spagat Wirres aus Geist und Gesellschaft 1
Dirk Braunstein, Christoph Hesse: Schiffbruch beim Spagat Wirres aus Geist und Gesellschaft 1

Christoph Hesse, Dirk Braunstein: Schiffbruch beim Spagat Wirres aus Geist und Gesellschaft 1 Dezember 2021, 176 Seiten, ISBN: 978-3-86259-178-7 Mit einem Nachwort von Eckhard Henscheid. Französisch Broschur 23,00 € Geschöpft wird hier allein aus dem Vorrat der Wissenschaften, die herkömmlich solche des Geistes oder der Gesellschaft und inzwischen lieber Kulturwissenschaften heißen. Zu Recht: denn die vor vierzig Jahren verkündete Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften ist vollbracht. Was aber nicht bedeutet, daß die von ihm Verlassenen endlich Ruhe gäben.

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